Rezepte
Wildleberknödel-Suppe: Rezept
Für diese traditionelle Suppe wird Wildleber mit Kräutern, Weißbrot und Gewürzen zu lockeren Knödeln verarbeitet. In klarer Brühe serviert, entsteht eine kräftige und wärmende Vorspeise.
- Zubereitung 20 Min.
- Portionen 4
- Kalorien 110-140 kcal
Zutaten für 4 Portionen
- 1 Leber (Reh, Hirsch, Sau etc.)
- 1/2 Bund Petersilie
- 2–3 Zweige Majoran
- nach Belieben Thymian
- nach Belieben Liebstöckel
- 1 Zwiebel
- 1 Stück franz. Weißbrot (Baguette)
- 250 ml Milch
- 2 Eier
- 2 EL Mehl
- nach Bedarf Semmelbrösel
- nach Belieben Salz
- nach Belieben Pfeffer aus der Mühle
- 4–5 Wacholderbeeren
- nach Belieben Schnittlauch
- 1,5 l Wasser für die Brühe
- Kalorien:
- 110-140 kcal
- Proteine:
- 9-11 g
- Fette:
- 4-6 g
- Kohlenhydrate:
- 8-11 g
Diese Daten sind Näherungswerte pro 100 g. Kaloriengehalt und Nährwert können je nach Rasse und Alter des Tieres sowie der Zubereitungsmethode variieren.
Gut zu wissen
Leberknödel gehören zu den ältesten Verwertungsrezepten der Wildküche: Innereien mussten sofort verarbeitet werden, und altbackenes Weißbrot streckte die kleine Menge Fleisch. Wildleber gilt als feiner als Rinderleber, schmeckt aber kräftiger und verträgt deshalb Wacholder und Majoran gut.
Wichtig ist Frische, denn Leber verdirbt schneller als Muskelfleisch und wird sonst bitter. Frische Ware ist glatt, glänzend und gleichmäßig gefärbt. Bei Wald zu Tisch können Sie Wildfleisch kaufen, das aus verantwortungsvoller Jagd stammt und mit größter Sorgfalt verarbeitet wird.
Aus der Wildküche
Zubereitung Schritt für Schritt
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Leber durchdrehen
Die Leber kalt abspülen, trocken tupfen und mit einem kleinen scharfen Messer Häutchen, Gallengänge und dunkle Adern großzügig herausschneiden. Die durchscheinende Haut an einer Ecke anheben und flach abziehen, damit die Masse später nicht faserig wird. Die Zwiebel schälen und vierteln, Petersilie und Majoran von den groben Stielen zupfen. Alles zusammen durch den Wolf drehen, damit sich die Kräuter gleichmäßig in der Lebermasse verteilen. Bleiben Häutchen stehen, verstopfen sie den Wolf und zeigen sich später als zähe Fäden.
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Weißbrot einweichen
Das Stangenweißbrot in etwa fingerdicke Scheiben schneiden und nebeneinander in eine flache Schüssel legen. Die Milch darüber gießen, sodass alle Scheiben bedeckt sind, und das Brot so lange ziehen lassen, bis es sich weich anfühlt und auf leichten Druck nachgibt. Sehr frisches Brot saugt weniger auf als altbackenes, deshalb die Milch nach und nach zugeben statt alles auf einmal. Vor dem Weiterverarbeiten die Scheiben mit den Händen leicht ausdrücken, damit der Teig nicht zu nass gerät.
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Knödelteig verarbeiten
Die Wacholderbeeren mit der flachen Messerklinge oder im Mörser zerdrücken, damit sie ihr Aroma abgeben. Die Lebermasse mit dem ausgedrückten Weißbrot, den Eiern, 2 EL Mehl, Salz, Pfeffer aus der Mühle und den zerdrückten Wacholderbeeren in einer Schüssel vermengen. Semmelbrösel nur so viel einarbeiten, bis der Teig weich bleibt, sich aber vom Schüsselrand löst und nicht mehr an den Fingern klebt. Die Masse anschließend kurz ruhen lassen, damit die Brösel quellen können. Zu viel Mehl oder zu viele Brösel machen die Knödel fest und trocken, deshalb sparsam dosieren.
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Knödel formen
Die Hände mit kaltem Wasser anfeuchten, damit der Teig nicht daran kleben bleibt. Aus der Masse gleich große Knödel formen und sie dabei zwischen den Handflächen rund rollen, ohne sie fest zusammenzupressen. Die fertigen Knödel nebeneinander auf ein Brett setzen; eine einheitliche Größe sorgt dafür, dass sie gleichmäßig garen. Fühlt sich die Masse zum Formen noch zu weich an, noch etwas Semmelbrösel untermischen und erneut probieren.
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Knödel köcheln lassen
Reichlich Wasser in einem weiten Topf zum Kochen bringen und salzen; daraus wird die spätere Brühe. Die Hitze anschließend so weit zurücknehmen, dass die Oberfläche nur noch leicht zittert und keine großen Blasen mehr aufsteigen. Die Knödel nacheinander mit einem Löffel hineingleiten lassen und etwa 20 Minuten ziehen und nur ganz leicht köcheln lassen. Sie sind gar, wenn sie oben schwimmen und sich fest, aber noch elastisch anfühlen. Sprudelndes Kochen ist der häufigste Fehler, weil die Knödel dabei aufreißen und die Brühe trüb wird.
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Suppe anrichten
Die Leberknödel mit einer Schaumkelle aus der Brühe heben und in vorgewärmte tiefe Teller setzen. Die Brühe angießen, sodass die Knödel knapp bedeckt sind, und alles mit fein gehackter Petersilie oder Schnittlauch bestreuen. Die Brühe vor dem Servieren noch einmal abschmecken, da sie beim Garen der Knödel an Würze verliert. Dazu passt ein trockener oder halbtrockener Weißwein, zum Beispiel ein Groß-Umstädter.
Noch besser genießen
Tipps & Beilagen
Formen Sie zuerst einen Probeknödel und lassen Sie ihn in der Brühe ziehen: Zerfällt er, binden Sie die Masse mit etwas Semmelbrösel nach. Rohe Lebermasse lässt sich nicht abschmecken, deshalb zeigt erst der gegarte Probeknödel, ob noch Salz, Pfeffer oder Kräuter fehlen.
Würzen Sie die restliche Masse danach nach.