Rezepte

Mufflonbraten zart geschmort

Mufflonbraten wird mit Galgant, Wacholder, Thymian und Wurzelgemüse langsam geschmort. Die lange Garzeit macht das kräftige Wildschaffleisch zart und lässt eine intensive Sauce entstehen.

  • Zubereitung 2 Std. 20 Min.
  • Portionen 4
  • Wildart Mufflon
Wildrezept: Mufflonbraten

Zutaten für 4 Portionen

  • 1–1,5 kg Mufflonbraten
  • nach Belieben Salz
  • 2–3 EL Rapsöl zum Anbraten
  • 1 Msp. Galgantwurzelpulver (kein Pfeffer)
  • 5–8 Wacholderbeeren, zerdrückt
  • 1/2 TL Thymian
  • 1 Möhre
  • 1 Stück Sellerie (klein)
  • 1 Stück Porree (klein), alles klein schneiden
  • 1 Glas Rotwein
  • 1/2 l Brühe (Wildfond)
  • 1–2 EL Mondamin zum Binden
  • 1 Zweig Rosmarin (klein)
  • 1–2 EL Kirsch- oder Johannisbeer-Gelee
  • 20 ml Kirschlikör (nach Belieben, zusätzlich oder statt Gelee)
Kalorien:
160-190 kcal
Proteine:
24-27 g
Fette:
5-8 g
Kohlenhydrate:
2-4 g

Diese Daten sind Näherungswerte pro 100 g. Kaloriengehalt und Nährwert können je nach Rasse und Alter des Tieres sowie der Zubereitungsmethode variieren.

Gut zu wissen

Mufflon ist Wildschaf und schmeckt kräftiger als Reh oder Hirsch, dabei aber deutlich milder als Hausschaf: Der typische Talggeschmack fehlt. Weil die Tiere sich viel bewegen, ist das Fleisch fest und braucht Zeit.

Erst im langen, feuchten Schmoren löst sich das Bindegewebe, und genau das macht den Braten saftig – kurz gebraten bliebe dasselbe Stück zäh. Der Galgant ersetzt hier bewusst den Pfeffer; er würzt milder und drängt sich nicht vor das Wildaroma. Wenn Sie Mufflon als Wildfleisch bestellen möchten, achten Sie auf Fleisch aus kontrollierter Jagd.

Aus der Wildküche

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Fleisch anbraten und würzen

    Das Rapsöl im Bräter erhitzen, bis es dünnflüssig ist und leichte Schlieren zieht. Den Mufflonbraten trocken tupfen und rundherum anbraten, bis jede Seite eine gleichmäßig braune Kruste hat; erst wenden, wenn sich das Fleisch von selbst vom Boden löst. Das Fleisch leicht salzen und mit dem Galgantwurzelpulver bestreuen, das in der Apotheke oder an einem größeren Gewürzstand erhältlich ist und hier bewusst den Pfeffer ersetzt. Die zerdrückten Wacholderbeeren und den Thymian ebenfalls über das Fleisch geben. Ist die Hitze zu niedrig, zieht das Fleisch nur Wasser und wird grau statt braun.

  2. Gemüse und Fond zugeben

    Möhre, Sellerie und Porree klein schneiden und zum Fleisch in den Bräter geben. Das Gemüse kurz im Bratfett mitrösten, bis die Schnittflächen Farbe annehmen, denn das gibt der späteren Soße Tiefe. Den Rotwein und den Wildfond angießen und dabei den Bratensatz mit einem Holzlöffel vom Boden lösen. Den kleinen Rosmarinzweig im Ganzen dazulegen, damit er sich später leicht wieder herausnehmen lässt. Die Flüssigkeit sollte den Braten etwa zur Hälfte bedecken und ihn nicht vollständig überdecken.

  3. Im Backrohr schmoren

    Den Deckel auf den Bräter setzen und den Braten im Backrohr ca. 2 – 2 ½ Stunden bei mittlerer Hitze (ca. 140 – 160 °C) schmoren. Der Fond soll dabei nur leise blubbern; kocht er stark, die Temperatur am unteren Rand des angegebenen Bereichs halten. Zwischendurch nach dem Braten sehen und bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen, damit der Boden nicht trocken läuft und der Bratensatz nicht verbrennt. Das Fleisch ist gar, wenn es sich mit einer Gabel ohne Widerstand einstechen lässt und die Fasern leicht nachgeben. Zu frühes Herausnehmen ist der häufigste Fehler, denn das kräftige Wildschaffleisch braucht die lange Zeit, um zart zu werden.

  4. Fleisch warm stellen

    Den Braten mit einer Fleischgabel oder zwei großen Löffeln aus dem Fond heben und auf eine vorgewärmte Platte legen. Das Fleisch locker mit Alufolie abdecken und warm stellen, damit die Oberfläche nicht auskühlt. Die Ruhezeit sorgt dafür, dass sich der Fleischsaft im Braten verteilt und beim späteren Aufschneiden nicht ausläuft. Den Bräter mit dem Fond währenddessen auf den Herd stellen.

  5. Soße andicken

    Zuerst entscheiden, ob das mitgedünstete Gemüse mit einem Pürierstab zerkleinert und in der Soße bleiben soll oder ob der Bratenfond vor dem Andicken durch ein Sieb gegossen wird; den Rosmarinzweig in beiden Fällen vorher entfernen. Das Mondamin kalt und klümpchenfrei anrühren, unter Rühren in den Fond gießen und alles einmal aufkochen lassen, bis die Soße sämig bindet. 1-2 EL Kirsch- oder Johannisbeer-Gelee unterrühren und nach persönlichem Geschmack 2 cl Kirschlikör zur Abrundung untermischen. Wird das Bindemittel trocken in die heiße Flüssigkeit gestreut, bilden sich Klümpchen, die sich später nicht mehr auflösen lassen.

Noch besser genießen

Tipps & Beilagen

Der Braten sollte nach dem Schmoren zehn Minuten ruhen, bevor er quer zur Faser aufgeschnitten wird. Zu Spätzle oder Klößen und Rotkohl kommt die Gelee-Soße besonders gut zur Geltung.

Bleibt etwas übrig, schmeckt der Braten kalt und dünn aufgeschnitten auf Brot ebenso gut wie am nächsten Tag in der Soße erwärmt.

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