Rezepte

Hirschroulade mit Pfifferlingen

Für diese Hirschrouladen wird dünn geschnittene Hirschoberschale mit Pfifferlingen, Speck, Zwiebel und Senf gefüllt. Nach dem Anbraten schmoren die Rouladen langsam in ihrer kräftigen Sauce.

  • Zubereitung 55 Min.
  • Portionen 4
  • Wildart Hirsch
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Hirschroulade Wildrezept

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 kg Hirschoberschale
  • 500 g Pfifferlinge
  • 1 Zwiebel
  • 4 Scheiben durchwachsenen Speck
  • nach Belieben Salz
  • nach Belieben Pfeffer
  • nach Belieben Wildgewürz
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2–3 EL Monschauer Senf, Moutarde de Montjoie Altdeutsche Art
  • 100 g durchwachsener Speck, klein geschnitten
  • 2 Eier
  • 2 EL Paniermehl
  • 2 EL Öl oder Butterschmalz zum Anbraten
  • 1 TL Speisestärke zum Abbinden der Sauce
Kalorien:
130-160 kcal
Proteine:
16-19 g
Fette:
5-7 g
Kohlenhydrate:
1-3 g

Diese Daten sind Näherungswerte pro 100 g. Kaloriengehalt und Nährwert können je nach Rasse und Alter des Tieres sowie der Zubereitungsmethode variieren.

Gut zu wissen

Die Oberschale ist ein großes, gleichmäßiges Stück aus der Hirschkeule: mager, ohne Fettauflage und dadurch gut geeignet, um daraus dünne Rouladen zu plattieren. Für dieses Rezept ist 1 kg angesetzt. Kaufen Sie das Fleisch möglichst unpariert und schneiden Sie Sehnen und Häutchen selbst weg, denn diese Abschnitte sind kein Abfall, sondern die Grundlage des Wildfonds, der später die Sauce trägt. Bei Wald zu Tisch können Sie Wildfleisch kaufen, das aus heimischer Jagd stammt und frisch zerlegt wird.

Aus der Wildküche

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Hirschoberschale parieren

    Die Hirschoberschale auf ein Brett legen und mit einem schmalen, scharfen Messer von allen Sehnen und Häutchen befreien. Die Klinge dabei flach unter die silbrige Haut führen und diese in langen Zügen abziehen, ohne viel Fleisch mitzunehmen. Sehnen und Häutchen ziehen sich beim Braten zusammen und würden die Rouladen verformen, deshalb wirklich alles entfernen. Die Abschnitte in einer Schüssel sammeln und nicht wegwerfen.

  2. Rouladen plattieren

    Aus der parierten Oberschale Steaks schneiden und diese in Schmetterlingsform öffnen, also fast durchschneiden und wie ein Buch aufklappen. Die aufgeklappten Steaks zwischen zwei Lagen Folie legen und mit einem Plattiereisen oder einem flachen Topfboden zu Rouladen plattieren. Dabei von der Mitte nach außen arbeiten und mit gleichmäßigem Druck schlagen, bis das Fleisch überall etwa gleich dünn ist. Zu kräftige Schläge reißen Löcher, aus denen später die Füllung austritt.

  3. Wildfond kochen

    Die Sehnen und Abfälle in einem Topf kräftig anrösten, bis sie deutlich Farbe genommen haben. Mit Wasser auffüllen, so dass alles knapp bedeckt ist, und den Ansatz bei kleiner Flamme offen köcheln lassen. Den aufsteigenden Schaum mit einem Löffel abschöpfen, damit der Wildfond klar bleibt und nicht trüb wird. Den fertigen Fond durch ein Sieb gießen und beiseitestellen, da er später für die Sauce gebraucht wird.

  4. Pfifferlinge anschwitzen

    250 g Pfifferlinge putzen, grob hacken und mit klein geschnittenem Speck und der gewürfelten Zwiebel in einer Pfanne glasig schwitzen. Bei mittlerer Hitze arbeiten, bis die Pilzflüssigkeit verdampft ist und die Zwiebelwürfel durchscheinend aussehen. Die Masse mit Salz und Pfeffer würzen, gehackte Petersilie zugeben und alles einmal durchschwenken. Anschließend die Füllung auf einem Teller ausbreiten und vollständig abkühlen lassen, weil eine warme Masse die Eier im nächsten Schritt stocken lassen würde.

  5. Füllung binden

    Die abgekühlten Pfifferlinge in eine Schüssel geben und mit 2 Eiern und ca. 2 Esslöffeln Paniermehl mischen. Nur so lange rühren, bis eine zusammenhängende, formbare Masse entsteht. Ist die Füllung noch zu feucht, etwas mehr Paniermehl unterarbeiten, denn eine zu weiche Masse bindet nicht und läuft beim Rollen heraus. Die Masse vor dem Weiterarbeiten kurz stehen lassen, damit das Paniermehl die Flüssigkeit aufnehmen kann.

  6. Rouladen füllen und rollen

    Die plattierten Rouladen nebeneinander auslegen und jede Roulade dünn mit Moutarde de Montjoie Altdeutsche Art einstreichen. Auf jede Roulade eine Scheibe durchwachsenen Speck legen und die Pfifferlingmasse darauf verteilen, dabei ringsum einen schmalen Rand frei lassen. Die Rouladen von der schmalen Seite her fest einrollen und mit einem Zahnstocher verschließen. Zu viel Füllung ist an dieser Stelle der häufigste Fehler, weil sie beim Braten herausgedrückt wird und im Fett verbrennt.

  7. Im Backofen gar ziehen

    Die Rouladen mit der Nahtstelle nach unten in eine ofenfeste Pfanne legen, damit sie sich beim Braten schließen. Sie dann von allen Seiten anbraten, bis sie rundherum braun sind und sich am Boden Bratensatz bildet. Anschließend im Backofen bei ca. 180 Grad ca. 15 Minuten gar ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sich die Füllung fest anfühlt und beim Einstechen klarer Saft austritt.

  8. Sauce abschmecken

    Die Rouladen aus der Pfanne nehmen, abgedeckt warm stellen und die Zahnstocher zunächst stecken lassen. Den Bratensatz mit dem Wildfond ablöschen und mit einem Holzlöffel rühren, bis sich der braune Satz vollständig vom Pfannenboden löst. Die Sauce bei mittlerer Hitze etwas reduzieren lassen, bis sie kräftig schmeckt, und danach abbinden. Zum Schluss mit Monschauer Senf Altdeutsche Art abschmecken und die Sauce danach nicht mehr sprudelnd kochen, weil der Senf sonst bitter wird.

  9. Garnitur zubereiten

    Die restlichen Pfifferlinge putzen und größere Exemplare halbieren, damit alle gleichmäßig garen. Mit dem übrigen Speck in einer Pfanne anschwitzen, bis die Flüssigkeit verdampft ist und die Pilze Farbe genommen haben. Dabei nur wenig bewegen, denn zu viel Rühren zieht Wasser aus den Pfifferlingen und macht sie weich. Zum Schluss als Garnitur neben die Rouladen setzen und die Sauce dazu reichen.

Noch besser genießen

Tipps & Beilagen

Pfifferlinge nicht wässern, sondern mit einem Pinsel putzen; sonst ziehen sie Wasser und die Füllung wird zu feucht. Die Zahnstocher vor dem Servieren entfernen und die Rouladen schräg aufschneiden.

Dazu passen Kartoffelpüree oder Semmelknödel und ein kräftiger Spätburgunder.

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