Rezepte

Frischlingsrücken mit Dörrpflaumen gespickt und in Kakao gebraten

Rückenfilet vom Frischling wird mit Dörrpflaumen gespickt und mit Kakao angebraten. Die ungewöhnliche Kombination bringt Frucht, herbe Würze und saftiges Wildfleisch zusammen.

  • Zubereitung 44 Min.
  • Portionen 4
  • Wildart Frischling
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Roher parierter Frischlingsrücken ohne Knochen mit Pfeffer, Salz und Chili auf dunklem Untergrund

Zutaten für 4 Portionen

Kalorien:
210-240 kcal
Proteine:
20-23 g
Fette:
14-17 g
Kohlenhydrate:
2-4 g

Hinweis zum Rezept Frischlingsrücken mit Dörrpflaumen gespickt und in Kakao gebraten: Die Daten sind Näherungswerte pro 100 g. Kaloriengehalt und Nährwert können je nach Rasse und Alter des Tieres sowie der Zubereitungsmethode variieren.

Gut zu wissen

Fleisch vom Frischling stammt von jungen Wildschweinen und ist milder und feinfaseriger als das älterer Tiere. Es ist mager, eiweißreich und liefert Eisen sowie Vitamine der B-Gruppe. Der Lardo-Mantel schützt den Rücken beim kurzen Garen vor dem Austrocknen, während ungesüßter Kakao herbe Röstnoten beisteuert.

Die Verbindung von Kakao und herzhaftem Fleisch stammt aus Mexiko: In der Mole poblano wird Schokolade mit Chili und Gewürzen zu einer dunklen Sauce für Fleischgerichte verarbeitet. Nach Europa kam Kakao im 16. Jahrhundert über Spanien.

Hierzu passt:

Topinambur-Püree.

Aus der Wildküche

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Fleisch spicken

    Das ausgelöste Rückenfilet mit Küchenpapier rundherum trocken abtupfen, damit es später in der Pfanne sofort brät und nicht dämpft. Die drei Backpflaumen längs vierteln, so dass schmale Streifen entstehen, die sich gut in das Fleisch schieben lassen. Enthalten die Pflaumen noch Kerne, diese vorher entfernen. Das Filet auf ein Brett legen und die Einstichstellen in regelmäßigen Abständen festlegen, damit später jede Scheibe etwas Frucht enthält.

  2. Backpflaumen einstecken

    Mit einer scharfen Messerspitze schräg in das Fleisch stechen und die Spitze etwas nach hinten ziehen, so dass sich eine kleine Tasche öffnet. Ein Stück Backpflaume in die Öffnung stecken und mit dem Finger einmal nachdrücken, bis es vollständig im Fleisch sitzt. Das Messer erst danach herausziehen, weil sich die Tasche sonst wieder schließt. Ragen Pflaumenstücke aus dem Fleisch heraus, verbrennen sie beim Braten und schmecken bitter.

  3. Fleisch anbraten

    Den Esslöffel Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, bis er dünnflüssig ist und leicht zu duften beginnt. Das Fleisch hineinlegen und von beiden Seiten je 2 Minuten anbraten, bis sich außen eine braune Kruste gebildet hat; innen bleibt das Filet dabei noch roh. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller oder Gitter abkühlen lassen. Das Abkühlen ist wichtig, damit der Lardo im nächsten Arbeitsschritt nicht sofort schmilzt und sich sauber verarbeiten lässt.

  4. Lardo-Teppich legen

    Ein Stück Backpapier oder Frischhaltefolie auf die Arbeitsfläche legen und die Lardoscheiben nebeneinander darauf ausbreiten. Aus den Scheiben einen Teppich in Größe des Fleischstückes legen und dabei jede Scheibe etwas über die vorherige schieben. Die Scheiben müssen sorgsam übereinander liegen, so dass keine Zwischenräume entstehen und der Speck eine geschlossene Hülle bildet. Bleiben Lücken, tritt an diesen Stellen Fleischsaft aus und die Hülle reißt beim Rollen auf.

  5. Backofen vorheizen

    Den Backofen auf 200 °C vorheizen und ein Backblech oder eine kleine ofenfeste Form bereitstellen. Den Ofen jetzt einschalten, damit er die Temperatur erreicht hat, sobald das Fleisch eingerollt ist. In einem nicht vollständig aufgeheizten Ofen dauert das Garen länger und der Lardo läuft aus, statt zu bräunen. Bei einer erfahrungsgemäß ungenauen Ofenanzeige die Temperatur mit einem Ofenthermometer prüfen.

  6. In Lardo einrollen

    Das abgekühlte Fleisch von allen Seiten salzen und mit Pfeffer aus der Mühle würzen. Das Filet an das vordere Ende des Lardo-Teppichs legen und rundherum mit dem halben Esslöffel Kakaopulver bestäuben, der herbe Würze und keine Süße beisteuert. Das Fleisch mit Hilfe der Unterlage straff in den Lardo einrollen, so dass die Speckscheiben eng anliegen. Die Rolle danach mit der Nahtstelle nach unten ablegen, damit sie sich im Ofen nicht öffnet.

  7. Im Ofen garen

    Die Rolle im heißen Backofen 15 Minuten garen und nach 8 Minuten die Hitze auf 170 °C reduzieren. Die Ofentür dabei nur kurz öffnen, damit die Temperatur nicht zu stark abfällt. Der Lardo wird in dieser Zeit glasig und legt sich eng um das Fleisch, während das Filet innen rosa bleibt. Längeres Garen macht den mageren Rücken trocken und faserig, deshalb die angegebene Zeit nicht überschreiten.

  8. Im Ofen ruhen lassen

    Den Backofen ausstellen, die Tür öffnen und das Fleisch darin 10 Minuten ruhen lassen. In der Restwärme gleicht sich die Temperatur im Fleisch aus und der Saft verteilt sich wieder bis in die Randschichten. Wird sofort aufgeschnitten, läuft der Saft auf das Brett und das Filet wirkt trocken. Nach der Ruhezeit die Rolle in Scheiben schneiden, so dass in jeder Scheibe Lardo und Backpflaume zu sehen sind.

Noch besser genießen

Tipps & Beilagen

Für die Kruste ungesüßtes Kakaopulver verwenden, sonst wird sie zu süß. Nach der Ruhezeit das Fleisch in fingerdicke Scheiben schneiden, damit der Lardo-Mantel hält.

Zum genannten Topinambur-Püree passen geschmorte Backpflaumen und ein kräftiger Rotwein, etwa ein gereifter Merlot.

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